Videozitat aus einem "Video über Fr@uengruppen in Österreich"

von Sabrina Kern
DVD, ca. 9 min, 2007

Von Sabrina Kern ist ein neunminütiges Videozitat in der Ausstellung zu sehen. Ein Ausschnitt, der uns neugierig macht auf die voraussichtlich bis zum kommenden Herbst fertig gestellte Arbeit.

Ziel ihrer Arbeit ist es, Interviews mit Frauengruppen aus verschiedenen Städten Österreichs zu führen. Aufgrund übervoller Terminkalender bot sich ihr bisher die Gelegenheit, zwei Gruppen zu treffen: die Frauengruppe des Infoladen Wels und die Frauenbanden aus Wien. Das Video dokumentiert den Besuch bei den Frauenbanden.

„Es geht um Frauengruppen, die sich in einem bestimmten politischen Umfeld bewegen, das ich auch als mein Umfeld bezeichnen würde. Gerade deswegen hat mich diese Arbeit interessiert.“ Sabrina Kern betont den persönlichen Bezug, den sie zu diesem Thema hat und analysiert ihn letztlich auch als Motivation für die Produktion des Videos. Einige der Frauen aus Wels und auch Frauen aus anderen Gruppen kannte sie bereits persönlich. Sie entwickelte einen langen Fragenkatalog, indem sie ihren eigenen Interessen und ihrer Neugier nachging. „Im Katalog sind Fragen, die ich mir selbst schon gestellt habe. Oder es kommen Fragen vor, die von mir gemach- te Erfahrungen betreffen, und mich hat interessiert, ob meine Interviewpartnerinnen diese Erfahrungen auch gemacht haben. Und ich habe mich von verschiedenen Texten inspirieren lassen“. Hauptziele sind, über die heutige Notwendigkeit oder Unnotwendigkeit von Frauengruppen nachzudenken und den aktuellen Stand der Dinge in der (radikalen) Linken in Bezug auf den Feminismus und Queer und Gender Studies in Erfahrung zu bringen. So erklärt sich auch die auf der Postkarte abgedruckte Frage in diesem Zusammenhang: „Profeministisch aber sexistisch?! bezieht sich auf Männer in der Linken, die sich so gut wie immer als profeministisch geben, aber im Endeffekt oftmals unbewusst sexistische Strukturen reproduzieren.“

Die Frauenbanden in Wien haben sich vorab mit Sabrina Kerns Fragen auseinandergesetzt und die Antworten dann für das Video vorgetragen. Es war ihnen wichtig, eine gemeinsame Position zu formulieren, und sie wollten anonym bleiben. Die Lösung zeigt nun eine Art Puppentheater. Wieso aber hat sich Sabrina Kern für das Medium Video entschieden? Hätte sich bei diesen Voraussetzungen nicht eher eine schriftliche oder auditive Interviewform aufgedrängt? Der Grund für ihre Wahl ist vor allem ein praktischer. Eine DVD ist weit handlicher als eine ganze Installation oder sonstige Vermittlungsarten, leicht zu transportieren, zu handhaben und auszuleihen. Sabrina Kern will die fertig gestellte Arbeit besonders auch in linken Kontexten präsentieren. „Gerade dort finde ich es wichtig, über Fragestellungen wie ich sie formuliere nachzudenken und eine Anregung zu bieten, sich darüber zu unterhalten. Man sollte in der Linken wieder vermehrt über Feminismus sprechen.“

(Fragen u. Textproduktion: Sarah Wüst)



Postkarte für den Ausstellungs- katalog VorderseitePostkarte für den Ausstellungs- katalog VorderseitePostkarte für den Ausstellungs- katalog RueckseitePostkarte für den Ausstellungs- katalog RueckseiteAusstellungAusstellungVideostill FrauenbandenVideostill Frauenbanden











Ausstellungsbeteiligung bei:

Wir machen Kunst, weil es die feministische/politische/gesellschaftliche/meine Situation erfordert
von 18.06. - 1.07.2007
Kunstuniversität Linz, „Schirmmacher“
Hauptplatz 6, 4010 Linz
www.machenkunstweil.ufg.ac.at