Versenkungen

Ein Projekt von Alexander Jöchl und Sabrina Kern
Traunmündung, Ebensee
22.09.2011 – 22.09.2013

ZWEITE INTERVENTION
am 23.09.2012, um 14:30
Traunmündung, Ebensee

Im Rahmen der historischen Wanderung im Salzkammergut "Auf den Spuren der Partisan_innen" geleitet von Mag. Axel Schacht findet auch eine Teilnahme an der Intervention statt.


ERST INTERVENTION
am 22.09.2011, um 17.00
Traunmündung, Ebensee

Wegbeschreibung VersenkungenWegbeschreibung Versenkungen





















Projektbeschreibung

Jeweils am 22.09. werden über 3 Jahren hinweg 191 Flusssteine, die mit Autor_in/ Buchtitel/ Untertitel/ Erscheinungsort/ Publikationsjahr versehen sind, an der Schnittstelle Traunmündung/ Traunsee und Wasser/ Land lose verteilt hingelegt. Dieser Tag stellt das überlieferte Datum von 1934 dar, an dem der erste Versuch der Bücherversenkung in der Traun stattfand.

Ausgangspunkt:
Im März 1934 beauftragte das Bundesministerium für Unterricht den Volksbildungsreferenten Adalbert Depiny gegen die sozialdemokratischen Bildungseinrichtungen vorzugehen. Im Zuge dessen wurden in Ebensee im Einvernehmen mit der Gendarmerie, insgesamt 800 Bücher der "Arbeiterbibliothek" Ebensee im Traunsee (genaues Datum unbekannt), dem tiefsten See Österreichs (191 Meter), versenkt. Dem vorausgegangen ist ein erfolgloser Versuch, in der Nacht von 22.09 auf 23.09, die Bücher in der Traun zu vernichten. Das „Loswerden von Überflüssigen“ in der Traun bzw. Traunsee ist Berichten zu Folge eine „lokale Tradition“, die in der Gegend mehrfach verwendet wurde und wird. Welche Bücher es genau waren, die der Vernichtung zum Opfer gefallen sind, lässt sich heute nur mehr schwer rekonstruieren. Eine vollständige Liste der versenkten Bücher gibt es nicht, lediglich 9 Namen von Autoren sind durch ein Flugblatt der Kommunistischen Partei Ebensee überliefert. Zu dem lassen sich auch Unstimmigkeiten über das Ausmaß und die "Gründlichkeit der Durchführung" der Aktion unter den ausführenden Institutionen und Personen durch weitere Dokumente belegen.

Das Projekt Versenkungen
Jeweils am 22.09. werden über 3 Jahren hinweg, analog zur tiefsten Stelle des Sees, 191 Flusssteine an der Schnittstelle Traunmündung/ Traunsee und Wasser/ Land lose verteilt hingelegt. Versehen sind diese mit jeweils einer_m Autor_in/ Buchtitel/ Untertitel/ Erscheinungsort/ Publikationsjahr. Der 22.09. stellt das überlieferte Datum von 1934 dar, an dem der erste Versuch der Bücherversenkung in der Traun stattfand.

Die Steine sind ca. faustgroß. Die Schrift zieht sich pro Zeile von der Vorder-, auf die Rückseite. Die angegebenen Buchdaten sind so nur bei eingehender Betrachtung und Beschäftigung mit dem Objekt zu lesen.

In einem von uns initiierten Recherche- und Entscheidungsprozess suchen wir überwiegend zeitgenössische Literatur aus, die thematisiert, wo und wie (austro-)faschistische und nationalsozialistische Strukturen, Denkmuster und Geschichtsschreibungen bis heute fortgesetzt werden und wie die Kritik und Auseinandersetzung daran marginalisiert wird. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf antifaschistischem, antirassistischem, queer-/feministischem sowie postkolonialem Wissen in Form von Büchern.

Ausgelegt werden diese an einer wenig überwachten und kontrollierten Raumsituation im Übergangsbereich vom Ufer zum Wasser, an der Schnittstelle Traunmündung/ Traunsee. Was mit den Steinen in weiterer Folge passiert bleibt wohlüberlegt offen. Werden diese mit nach Hause genommen, wieder versenkt, kauft sich jemand das Buch, regen sie Diskussionen an, tragen sie zum Erinnern und Gedenken bei,...?

Das temporäres Erinnerungs- und Denkzeichen thematisiert dabei auch die Unmöglichkeit einer abgeschlossenen, statischen Erinnerungsstätte, die für sich selbst funktioniert. Ohne engagierte Menschen (Einzelpersonen oder Interessensgruppen), die durch ihre aktive Erinnerungsarbeit immer wieder aufs Neue an geschichtliche Ereignisse erinnern, werden diese unweigerlich vergessen und verschwinden in der Versenkung.


Teilfinanziert: im Rahmen der „ARGE lustvoll böse“, ein Projekt von FIFTITU% - Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst und Kultur in Oö. im Rahmen des Kupf Innovationstopfs 2009 und der Gemeinde Ebensee
Unterstützt von: Frauenforum Salzkammergut und Zeitgeschichte Museum Ebensee


Fotos in Druckqualität als jpg:

Foto 01 - Fotocredit: Alexander Jöchl
Foto 02 - Fotocredit: Sabrina Kern

Fotocredit: Alexander JöchlFotocredit: Alexander Jöchl


















Fotocredit: Sabrina KernFotocredit: Sabrina Kern
























Erste Intervention Versenkungen am 22.09.2011: Fotocredit: Alexander JöchlErste Intervention Versenkungen am 22.09.2011: Fotocredit: Alexander Jöchl






















Erste Intervention Versenkungen am 22.09.2011: Fotocredit: Alexander JöchlErste Intervention Versenkungen am 22.09.2011: Fotocredit: Alexander Jöchl






















Erste Intervention Versenkungen am 22.09.2011: Fotocredit: Sabrina KernErste Intervention Versenkungen am 22.09.2011: Fotocredit: Sabrina Kern




















Erste Intervention Versenkungen am 22.09.2011: Fotocredit: Sabrina KernErste Intervention Versenkungen am 22.09.2011: Fotocredit: Sabrina Kern





















Presse

Ankündigung in:

an.schläge
das feministische monatsmagazin
september 2011
Rubrik: an.riss kultur
Seite 32/ 33


Artikel auf:

nachrichten.at
15. September 2011
Rubrik: Oberösterreich > Salzkammergut


VÖB Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare BLOG
08. September 2011


uebersee.at
12. September 2012


iehi.eu, Institut für historische Intervention

Artikel in:

Kurier
Montag, 19. September 2011
Rubrik: Wohin
Seite 23


Tips Gmunden
Mi 21. September 2011, KW 38
Rubrik: Land & Leute
Seite 6


ÖH Courier Nr. 5
Mo 07. November 2011, KW 45
Rubrik: ÖH Referat für Gesellschaftspolitik
Seite 6


Kulturisse – Zeitschrift für radikaldemokratische Kulturpolitik
Heft 4, Dezember: Antiziganismus: Kontinuitäten und Strukturen, 2011
Seite 56/ 57


Radiobeiträge:

KUPF Radio
Di 20. Dezember 2011


ARGE lustvoll böse

Unter dem Titel „lustvoll böse“ fanden von 2009 bis 2011 performative Eingriffe im öffentlichen Raum in ganz Oberösterreich statt. Schwerpunkt
der von FIFTITU% initiierten Arbeitsgemeinschaft war es, Situationen aufzuspüren, um patriarchale-weiße-heteronormative Strukturen sichtbar zu machen, sich ihrer zu ermächtigen und sie umzudeuten. Gelungene Streiche und Kunstgriffe poetischer wie auch widerständiger Natur waren die
Ergebnisse.

Ein Projekt von FIFTITU% im Rahmen des Kupf Innovationstopfs 2009.


Katalogpräsentation

Wann: 06.04.2011, 19:00 Uhr
Wo: KAPU, 1. Stock, Kapuzinerstr. 36, 4020 Linz

Katalog ARGE lustvoll böse als pdf: Versenkungen Seite 23


Beitrag auf dorf tv/ FIF TV 5

Link zur Sendung: http://dorftv.at/videos/fiftv/1286


Beitrag auf Radio FRO/ 52radiominuten

Link zur Sendung: http://cba.fro.at/45160


bestOff12, Tabakfabrik, Linzn